Schlüssel und ein Gitter

Mein bisheriger Schlüsselbund leidet an Alterschwäche, der neue ist nicht besser.

Der alte hat einen ungewöhnlichen Anhänger: Ein Abdrucklöffel (ja, ja, family), in dem mein Name eingraviert ist. Manche mögen das nicht, ich schon. Wenn ich ihn verliere, habe ich die Hoffnung (die schon 2x bestätigt wurde), dass nette Finder*innen ihn finden, mich googeln und ich ihn so wieder bekomme. Die Sorge, dass dagegen jemand meine Wohnung ausräumt, habe ich nicht. Wir besitzen nichts Materielles, das so wertvoll wäre. Und das Haus, in dem wir wohnen…. egal. Jedenfalls ist der Anhänger nach ca 20 Jahren abgebrochen (ja, kann man reparieren, hab ich noch nicht).

Außerdem wechselte der Postkastenschlüssel im Urlaub den Schlüsselbund, den ich jetzt verwende und bereits beruflich um 2 Schlüssel erweitert hatte. Ja, manche Kunden haben noch Schlüssel (und keine Karten).

Ein Kunde hat einen barrierefreien Zugang. Dh ursprünglich nur von einer Häuserseite. Bei der anderen Häuserseite wurden 3 Stufen mit einer nachträglich eingebauten Rampe (langes, langsam ansteigende Rampe) barrierefreitauglich versehen. Diese Rampe besteht aus einem Gitter. Und genau hier ist der Konnex zur Überschrift.

Der Schlüsselring war irgendwie ausgeleiert. Kein Wunder bei der schweren Haustüre zu Hause – leider habe ich die Angewohnheit (wenn ich vieles trage), die Tür mit dem Schlüssel aufzuziehen. Und just auf dieser Rampe hörte ich ein Klimpern, während ich den Schlüsselbund in der linken Hand hielt. Und just in dieser Zeit funktionierte das Licht im Gang nicht. Handylicht an, suchen und siehe da, mein Postkastenschlüssel liegt genau unterhalb dieser Rampe.

Glücklicherweise geht die Rampe nicht über die gesamte Gangbreite und ist dennoch so breit, dass vermutlich 2 Rollstühle aneinander vorbeikommen. Und natürlich lag der Schlüssel eher auf der Seite, an der die Rampe ohne Spalt an die Mauer angrenzt.

Leider hat aber auf der zugänglichen Seite (die eigentlich mittels zweier Handläufe verbaut ist) auch noch eine lange Abschlussleiste Richtung Boden – vermutlich zwecks Stabilität. Ich kam zwar mit der Hand in den Spalt zwischen Abschlussleiste und Boden (nachdem ich durch 2 Handläufe durchgeklettert bin), versuchte mich durch viel Dreck (da liegt der Staub echt zentimeterhoch) zu wühlen und stellte fest, dass meine Reichweite zu kurz ist. Ich brauchte mindestens 50 cm, eher 70 cm mehr.

Kein Mensch weit und breit. Also zu den Meetingräumen im Erdgeschoß, in der Hoffnung, ich finde ein Lineal (?), ein Dekoelement (irgendein Plastikding, einen Zierast)… nada. Aber ich fand ein wirklich langes Messer in der Küche. Wozu das dort liegt? Keine Ahnung.

Jedenfalls gab ich ein vermutlich sehr verstörendes Bild ab: im dunklen Gang, neben der Rampe im Staub knieend, mit einem langen Messer unter der Rampe stochernd. Gottseidank sah mich ja keine*r. Schlüssel rausgeholt, zurück geklettert, mit dem Messer wieder Richtung Meetingräume. Da kam eine Frau die Treppe runter und starrte mich … etwas… verwirrt an. Ich zog es vor, nicht zu erklären 😉

wenig Muße

Mittlerweile scheine ich im Job wieder angekommen zu sein. Ich bin immer noch ein wenig gestresst, aber ich habe mich daran gewöhnt, eine lange to-do Liste zu haben. Nächste Stufe der Gewöhnung: wieder mehr Muße zu haben. Noch rattern die to-do´s die ganze Zeit im Kopf und das mag ich nicht.

Beide Aufträge sind total unterschiedlich:

  • Art des Unternehmens
  • Branche
  • Größe
  • Herangehensweise (konzernmäßig – pragmatisch; interessanterweise passt die jeweilige Herangehensweise nicht zu den jeweiligen Unternehmen)

aber sie haben auch Gemeinsamkeiten:

  • keine Basis in meinem Fachgebiet
  • Geschäftsführung, die mikromanagt
  • einen total freundlichen Umgang miteinander, doch wenn man genau hinhört, sind es häufige Herabsetzungen.

Mittlerweile gelingt es mir aber auch, wenigstens am Wochenende gut abzuschalten. Auch hat sich das Wetter wieder gebessert. Der Dauerregen und -wind hat aufgehört und tagsüber ist es, wenigstens am Nachmittag, wieder warm.

Am Samstag sind wir 30 km mit dem Rad gefahren (Rollfähre und zurück). Konditionell ging es mir überraschend gut (ändert Yoga auch die Kondi?), aber mein Entschluss steht fest, dass mein Rad einfach nicht mein Rad ist. Irgendwie finden wir nicht zusammen. FrauNessy hat in ihrem blog ja geschrieben, dass es irgendwo in Deutschland eine Frau gibt, die Fahrräder gut einstellt. Das bräuchte ich hier. Ich konnte nicht sitzen, die Innenseiten der Oberschenkel haben gerieben, der Übergang zwischen Oberschenkel und Po hat geschmerzt, mein Schambein dachte, dass ich Witze mache, meine Handballen hatten das Gefühl, sich auf Kies aufzustützen und meine Finger wurden ständig taub. So macht das echt keinen Spaß! Aber: es hat gut getan, sich draußen zu bewegen.

Sonntag verweigerte ich das Rad, sondern traf dann den Nordmann nach seiner Tour beim Palmenhaus (ich via e-scooter).

Essenstechnisch gibt es noch Verbesserungsbedarf. Dem Nordmann die Planung zu überlassen, ist nur bedingt eine gute Idee. Gut ist, dass es immer genug im Haus gibt, weniger gut ist die Art der Ernährung 😉

Wir leben zwar jetzt in einer Wohnung und doch in unterschiedlichen Welten:

  • temperaturtechnisch
  • Umgang mit Medien
  • lautstärketechnisch
  • bevorzugte Art zu kochen (Hausmannskost versus asiatisch oder mediterran)
  • Kochdauer

Allerdings hält er sich wenig an die Planung, weil dann auch noch sein Gusto dazwischen kommt 😉 Ich denke, wir werden wieder parallel kochen, sobald ich so viel freie Kapazität im Hirn habe 😉

Yoga

Seit 9 Monaten mache ich mind. 3x/Woche Yoga. Ich bin selbst beeindruckt, wie sehr ich dieses Mal wirklich dran bin.

Yoga ist vielleicht auch der falsche Ausdruck – Altweiberturnen passt vielleicht besser. Noch bin ich in der absoluten Anfängerliga, um wieder ein Mindestmaß an Dehnung und Kräftigung aufzubauen.

Ich habe ja mit Videos angefangen. Bei dem ersten dachte ich, das ich gleich ein Sauerstoffzelt brauche. Üblicherweise wäre ich sofort abgeschreckt, aber hier hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich habe beschlossen, mir das mühevoll zu erarbeiten.

Ich sollte das nochmals durchspielen, um zu sehen, was jetzt geht.

Beim Versuch, die Zehen zu berühren, kam ich ja vor 9 Monaten… ähm… kaum beschreibbar, nur bis zur Mitte der Unterschenkel (vielleicht etwas mehr). Mittlerweile kann ich mühelos den Boden mit den Fingern berühren (aber noch nicht mit den Handflächen).

Im Längssitz konnte ich so gut wie nicht aufrecht sitzen (naja, so ganz gerade ist mein Rücken dabei immer noch nicht), aber mittlerweile kann ich mich auch vorbeugen (dh ich kann mit den Fingern die Fußsohlen berühren).

In der Tat hat sich meine Haltung etwas verbessert – ich stehe nicht mehr ganz so bucklig da und das Faszinierendste ist, dass ich dabei echt abschalten kann. Durch die aufmerksame Atmung, das Zählen verschwinden (fast) alle sonstigen Gedanken und ich werde ruhig. Das habe ich früher beim Laufen erlebt und auch beim Klettern. Laufen mag mein Knöchel seit dem Unfall ja echt nicht mehr (aber vielleicht ist das der Plan für nächstes Frühjahr – so Altweiberlaufen) und Klettern würde zwar im Moment wieder leichter gehen (der Nordmann ist ja da), aber zeitlich krieg ich das irgendwie nicht so hin. Mit An-und Abfahrt plus Klettern gehen da ja gleich 4 Stunden drauf.

Das Ende des Sommers, Teil 2?

Ich hadere immer noch mit dem Wetter. Aber ich hadere auch mit der verflogenen Zeit! Ich hatte irgendwie noch so viele Pläne für den restlichen Sommer in Wien.

  • Ich wollte so gerne nach gefühlten 1000 Jahren in die Creperie an der Alten Donau – abends so richtig romantisch
  • Ich wollte zum Haus am See samt Übernachtung
  • ich wollte SUP an der alten Donau ausprobieren
  • mit den Mädels Inselfahren – ebenso alte Donau
  • am Himmel Picknick (das könnte sich noch ausgehen)
  • Kletterpark am Kahlenberg
  • mit dem Rad den Donaukanal bis ganz hinaus
  • noch mit Hr Fels Motorboot fahren
  • die untere Terasse abends romantisch sehr genießen

De facto war es nach meinem Urlaub noch eine Woche heiß (da hatte ich generell Anpassungsschwierigkeiten) und dann hatte ich die erste absurde Arbeitswoche (und war abends tot) und seither ists…. wäh…

Ich habe seit 10 Tagen bereits die Winterdaunendecke rausgeholt und mindestens schon 3x die Wärmeflasche gefüllt.

Ich fürchte, mir war – außer höchstens 2 Tage – kein einziges Mal im Sommer langweilig. Langeweile mag ich sonst nicht, aber das gehört irgendwie regelmäßig in einem Sommer dazu. So träge herumliegen, Sonne genießen (eh keinen ganzen Tag, aber mehr als die gefühlten 5 Stunden auf 2 Tage verteilt).

Generell bin ich ja kein Herbst/Wintertyp. Herbst ist immer irgendwie mit Kälte und Rückzug verbunden. Da finde ich die Aufbruchsstimmung im Frühjahr viel besser.

Ende des Sommers?

Gefühlt ist ja hier schon seit ca 2 Wochen Oktoberwetter. Gepaart mit der Kühle der letzten Segelwoche, erlebe ich jetzt schon 3 Wochen Herbst, unterbrochen von 1 Woche Hitze.

Mein Körper mag sich irgendwie nicht auf Herbst einstellen. Mir ist ekelhaft kalt. Aber auch kein Wunder – jetzt gerade hat es draußen 14 Grad und in 20 min sollt ich außer Haus…. bbbrrrr

So habe ich gestern das Sommerkonzert am Markt auf dem Sitzkissen vom Segeln, in Segeloberbekleidung, mit Daunenjacke und Fleeceumhang und in Stiefletten verbracht. Nur so gelang es mir, 2,5 Stunden draußen zu sein.

In solchen Momenten stelle ich mir immer die Frage, wie ich das dann im Winter mache. Aber ich hoffe doch noch, dass sich mein Körper umstellt.

Ich behaupte ja immer, dass ich die Temperaturschwankungen von mehr als 8 Grad innerhalb eines Tages nicht gut aushalte. Aber im Winter habe ich das ja auch, wenn ich von draußen reinkomme… hm…

nächstes Urteil

Ich war ja schon letztes Jahr über die Verurteilung von KHG (Karl-Heinz Grasser, ehem. Finanzminister) positiv überrascht.

Gegen ihn wurden – keine Ahnung – 14 Jahre lang ermittelt und dann 2016 Anklage wegen Verdacht auf Untreue und illegale Geschenkannahme bei BUWOG und Terminal Tower.

Er wurde im Dezember 2020 verurteilt (Strafausmaß: 8 Jahre unbedingt). Die Verurteilung war das eine (ich habe nicht mehr daran geglaubt, auch andere nicht https://www.youtube.com/watch?v=95Y-ezDYs7A), das Strafausmaß das andere.

Ich gestehe, ich habe über die Jahre den Überblick verloren, was KHG angeblich alles gemacht haben soll. Dennoch glaube ich schon, dass da irgendwas Wahres dabei ist. Insofern halte ich eine unbedingte Strafe auch abschreckender als bedingte oder als Geldstrafen.

KHG geht natürlich in Berufung bzw. die Anwälte wollen eine Nichtigkeitsbeschwerde einreichen. Die Berufung geht zum Oberlandesgericht, wobei es hier heißt, dass an der Schuldfrage nicht gerüttelt wird, sondern höchstens am Straßmaß.

Die Nichtigkeitsbeschwerde landet irgendwann beim Obersten Gerichtshof. DAzu muss aber erst die schriftliche Ausfertigung des Ersturteils erfolgen (angeblich dauert das bis Sommer 2021… hm… also jetzt. Würde dieser stattgegeben werden, würde es vor vorne beginnen.

Und nun wurde HC Strache (ehem. Vizekanzler, ehem. Parteivorsitzender der FPÖ) wegen Bestechlichkeit zu 15 Monaten bedingt verurteilt. Ich finds ja interessant, dass man ihm wegen dem Ibiza-Videos nichts anhaben konnte, sehr wohl aber rund um die Währinger Privatklinik. Diese kleinen Spenden (1x 2.000€, 1x 10.000€) irritieren mich nicht – Österreich funktioniert leider so. Horten, Glock und Co. spenden sicher mehr. Die Konsequenz (dass sie dann irgendwelche Erleichterungen erhalten) sind halt nicht immer publik.

Andererseits: wenn das Urteil (gegen das noch berufen wird) gültig, wäre es doch Grundlage für Kurz und Novomatic, oder?

Und weil Österreich genauso funktioniert, fände ich unbedingte Strafen abschreckender. Allerdings sind hierzulange noch nicht viele tatsächlich „gesessen“:

  • Franz Olah, ebenso ehm. Innenminister, 1969 verurteilt wegen widmungswidriger Verwendung von Gewerkschaftsgeldern, 1 Jahr unbedingt
  • Peter Rosenstingel, ehem. freiheitlicher Nationalratsabgeordneter, 2001 durch OGH wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs und Untreue zu 7 Jahre unbedingt verurteilt. Wurde aber 2002 auf Grund einer „fortschreitende Herzerkrankung“ wegen Vollzugsuntauglichkeit aus der Haft entlassen
  • Ernst Strasser, ehem. Innenminister, 2014 verurteilt wegen Bestechlichkeit, 3 Jahre unbedingt, nach 8 Wochen Freigänger, nach 6 Monaten Fußfessel
  • Josef Martinz, ehem. ÖVP-Landesparteiobmann in Kärtnen, 2014 verurteilt wegen Untreue zu 4,5 Jahre unbedingt, nach 5 Monaten Freigänger, nach weiteren 10 Monaten Fußfessel, nach insgesamt 3 Jahren wurde die Reststrafe erlassen
  • Peter Schellenbacher, ehm. FPÖ NR Abgeordneter, 2021 wegen Wirecard verurteilt wegen schweren Betrugs und betrügerischer Krida, 2 Jahre 9 Monate (noch nicht rechtskräftig)

Sommerloch-Ende?

Ich gönne mir in der Früh meist 20 min, um die wichtigsten Ereignisse der Welt durchzulesen. Wenn diverse Schlagzeilen von Promis oder Chronik berichten, ist die Welt immer in Ordnung.

Heute morgen gab es aber vieles, das mich sehr nachdenklich stimmte.

Afghanistan/Kabul | Afghanistan beunruhigt mich länger als erst heute morgen. Auch der Umgang der restlichen Welt. Seit dem Anschlag gestern kann die Welt Afghanistan nicht mehr so ganz abtun. 12 Soldaten der amerikanischen Armee kamen ums Leben (ja, ich weiß, steht nicht im Verhältnis zu dem, was dort schon letzte Woche passiert ist…. ) und jetzt drohen die USA mit Vergeltung. Himmel, reichte Corona schon nicht, die Welt aus den Fugen geraten zu lassen. Geht jetzt das Kettenrasseln wieder los?

Bitte nicht falsch verstehen – das Regime dort müsste irgendwie abgesetzt werden, aber bitte nicht durch die USA. Seufz. ich habe ja von Politik keine Ahnung, aber ich werde immer nervös, wenn die USA irgendwas vergelten möchten.

EU Innenministertreffen | Slowenien mit 2,1 Mio EW hat den EU Vorsitz und beruft nun ein Innenministertreffen zum Thema Afghanistan ein. Find ich grundsätzlich gut. Ich frage mich nur, was Kickl… ach nein… ist ja Nehammer (naja, inhaltlich und persönlich gleich aufgestellt) dort will. Die Sager, dass Österreich nach Afghanistan abschiebt solange es noch geht, usw. sind abgrundtief menschenverachtend. Und es irritiert mich, dass quasi die österreichische Bild-Zeitung (Österreich, ja die Zeitung heißt wirklich so) darüber berichtet, die beiden anderen online Zeitungen nicht.

Österreichs Haltung | Wenn ich so unsere Regierung betrachte: Kurz (Kanzler), Nehammer (Innenminister), Schallenberg (Außenminister) und vor allem ihre Aussagen zu Afghanistan, könnt ich kotzen. Wie abgehoben muss man sein, wie eiskalt muss man sein, um solche Aussagen als Politiker zu tätigen. Ich weiß schon, dass es unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema gibt. Bei Privatpersonen schüttel ich zwar den Kopf (weil es nicht meiner Wertehaltung entspricht), aber Politiker? Da erwarte ich mir ein Mindestmaß an Anstand. Und dabei haben wir eine schwarz-grüne Bundesregierung. Was machen die Grünen (außer Schweigen)? Nichts. Auch befremdlich.

Einzig Frau Hebein und ihr Rücktritt war ein Zeichen – allerdings mit wenig Wirkung, weil sie ja politisch bereits am Abstellgleis war. (war mal Vizebürgermeisterin Wiens und Stadträtin für Stadtentwicklung und Vorsitzende der Grünen in Wien, dann „nur“ noch Gemeinderat). Ihre Formulierung zum Abschied („die Grünen erreichen mein Herz nicht mehr“ und das im Zusammenhang mit dem Schweigen der Grünen in der Bundesregierung zur Haltung Österreich zu Afghanistan) hat mich sehr beeindruckt.

Norwegen – Corona | Norwegen hat eine Inzidenz von 152. Im Vergleich zu einigen deutschen Städten eh ok, aber Norwegen ließ den Sommer über keine Touristen zu und hat eine Durchimpfungsrate von 62%. Überall steigen – trotz Impfungen – die Zahlen, auch die Hospitalisierungen. Himmel, Herrschaftszeiten – Virus schleich di endlich!

Corona in Österreich | Wels hat eine Inzidenz von über 300. Hier gehen wir aber wieder den österreichischen Weg. Die Inzidenzzahlen, die uns nach dem R-Faktor seit gefühlt Ewigkeiten beschäftigen, gelten nicht mehr alleine, sondern die ICU Zahlen (mehr als 10% Belegung der ICU eines Bundeslandes mit Covid-Patienten) sind nun ausschlaggebend. Auch irgendwie menschenverachtend, wenn ich an Auswirkungen von Long-covid denke.

Alles in allem irritiert mich „das da draußen“ sehr

Gegensätze

Was für ein feiner Tag!

Einen halben Tag im homeoffice für die NGO gearbeitet (ein onlinemeeting jagte das nächste) und einen halben Tag für ein…. „Glas“-Unternehmen gearbeitet.

Beides erstaunlich produktiv (selbst die NGO), vor allem weil ich endlich verbalisieren kann, was mich dort so irritiert. Ein sehr kleines Unternehmen (MA-Anzahl, aber auch Umsatz) und verhält sich zugleich wie ein Großkonzern, bei dem aber die Basis so gar nicht stimmt.

Das Glas-Unternehmen ist ein Konzern und ist unglaublich stark am Geschäft orientiert. Das aber im besten Sinne des Wortes. Kein Schnickschnack, sondern „was es wiegt, das hat es“. Einen eher missglückten Besuchstermin „situationselastisch“ in brainstorming der nächsten Schritte verwandelt und tatsächlich eine gute Variante weitergebracht. Einfach eine coole Nummer!

Abends in eisiger Kälte an der alten Donau mit Kollegen eines Netzwerks nach gefühlt einer halben Ewigkeit gequatscht. Ich bin sehr entspannt nach Hause gekommen.

Apropos Kälte: angeblich der kälteste August in Norddeutschland seit 1978. Gilt hier wohl nicht, weil es ja bis Mitte August noch sehr warm war. Dennoch ist der Herbst eindeutig zu früh da. seufz…..

Ein weiterer eigenwilliger Tag.

Auch wenn ich jetzt nach dem Urlaub noch „Anpassungsschwierigkeiten“ in Bezug auf Arbeit habe, weiß ich dennoch, dass ich in meinem Job echt gut bin und dass ich rasch im Begreifen komplexer Systeme bin.

Dieses Unternehmen aber ist… toxisch.

Ich kann mich üblicherweise auch gut abgrenzen, bewahre Distanz, aber dieses Mal ists unglaublich, wie sehr die Atmosphäre und die Hektik (bis hin zum Hyperventilieren) der dort Arbeitenden auf mich überschwappt.

Das möchte ich so nicht. Insofern muss ich wohl einen Tag Wochenende opfern, um mich gut zu strukturieren. Ich muss hier einige Dinge dokumentieren, meine Prioritäten festlegen und dann diese dann abstimmen. Und ich muss diverse Störungen abstellen – das macht so echt keinen Sinn.

nicht mehr gewohnt

… Arbeiten…und das in 2 verschiedenen Projekten, die nicht unterschiedlicher sein könnten:

  • völliges Chaos, sehr hochgestochen nach außen (eher überdrüber), die Basis fehlt dafür komplett
  • sehr bodenständig, sehr klar, sehr menschenorientiert, sehr strukturiert

Ich bin gespannt, wenn das alles wieder zur Normalität wird….

Insofern ists ja gut, wenn das Wetter schlecht ist – sonst leide ich noch mehr 😉