heroische Gelassenheit

mein neues Lieblingswort 🙂 Ich finde nämlich, ich bin für die Umstände echt gelassen:

  • Der Nordmann kam überraschend 2 Stunden nach meiner Rückkehr vom Segeln (samt Hund, die auch noch läufig geworden ist); will jetzt aber nicht reden (????)
  • Mamica ist völlig verwirrt und sehr antriebslos
  • der Pate ist am Rande des Zusammenbruchs
  • die Klane meldet sich plötzlich und fragt mich erstmals nach 6 Monaten, wie es mir denn ginge

Mein Körper meint zwar, dass er das alles nicht mehr mag, mein Geist ist aber ziemlich gelassen (oder abgestumpft??)

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wieder beruhigt…

seufz… lach.. ich glaub, ich hab mich emotional wieder eingekriegt und sehe das ganze etwas ruhiger.

Aber ich bleibe sehr klar dabei: ich entziehe mich Personen, deren Verhalten mich kränken/verletzen. Dazu bin ich derzeit (aufgrund der Gesamtsituation) wirklich zu dünnhäutig. Und ja, ich erwarte von meinem engsten sozialen Umfeld, dass sie das berücksichtigen. Und ja, ohne Kontakt bin ich innerlich ruhiger.

Und immer noch schlage ich mich hervorragend. Es klingt blöd, aber ich sage mir das täglich. Weil ich stolz auf mich bin. Weil mir das erst jemand nachmachen muss.

Aber ich weiß/fühle auch wieder, dass es wieder bessere Zeiten für mich geben wird. Ich hoffe nur, dass das bald der Fall sein wird….

KTC

…und der Nordmann….

2 Narzisten, Egozentriker,Arschlöcher…

KTC hat wohl gestern kapiert, dass nicht ich mich verändert hatte, sondern dass er in seinem „Lebensmaximierungswahn“ mich einfach weggeschoben hat. Aber er hats zu spät kapiert… Wir telefonierten gestern 2x… 2x Versprechen, die er wieder nicht hielt. Es reichte einfach!

Ich hab mich so gekränkt, dass ich mich dem einfach nicht mehr aussetzen möchte.

Mein Ich vor 2 Jahren hätte genauso reagiert. Jeder, der mich annähernd kennt, weiß, dass ich weder Schweigen noch Illoyalität aushalte. Und ich kann es nicht leiden, wenn ich wegen einer neuen Beziehung völlig nebensächlich werde.

Punkt…

Ich stelle mir nur die Frage, wie ich mich jemals wieder auf andere Menschen einlassen kann. Mein Alptraum vor 14 Jahren hat sich wiederholt. Ich mag keine Menschen mehr. Es war jetzt echt zu oft. Es reicht…. Ich hab nichts davon, außer mich am Ende des Tages so zu kränken.

Die Psychotante meint, dass ich aufgrund einer frühkindlichen Verletzung solche Menschen anziehe… Geh fuck! So ein Schwachsinn! Und selbst wenn sie meint, das „heilen“ zu können – nein… wer sagt denn, dass das funktioniert?

Status mamica

Ich war am Donnerstag im Westen und war auf der Traumaintensiv.
Dort hatte ich die Gelegenheit, ca 20 min mit einer Intensivmedizinerin zu reden.
Ihre Aussagen:
  • lt. Chirurgen ist sie tatsächlich tumorfrei (und nein, sie kann sich das auch nicht erklären).
  • sie wurde nach der “proaktiven” OP in künstlichen Tiefschlaf versetzt, damit die Vitalfunktionen runter gefahren werden, um die Ausbreitung der Keime zu verlangsamen. Da war sie stark sediert, hat aber noch die eine oder andere Reaktion zeigen können.
  • Am Sonntag wurde sie ja nochmals operiert. Danach so stark sediert, dass sie gar nicht mehr reagiert.
  • Sie wird künstlich beatmet. Seit wann hatte ich leider vergessen zu fragen. Aber etliche Tage wurde sie nicht zur Unterstützung, sondern lebenserhaltend beatmet. Sie hatte von sich aus gar nicht mehr geatmet. Sie hätte es sonst nicht überlebt.
  • Allerdings hat sie seit Mittwoch wieder Atemimpulse von sich aus, aber es reicht nicht für eine selbständige Beatmung. Die Maschine unterstützt noch.
  • Am Mittwoch fingen sie daher langsam an, sie wieder aufzuwecken. Sie reagiert mit Kopfnicken und Handdrücken, driftet aber immer wieder weg.
  • Als ich dort war, war sie immer noch in der Aufwachphase, die immer einige Tage dauert. Außerdem haben sie sie am Donnerstag nochmals tiefer sediert, um eine Gastro zu machen. Ergebnis: der Darm scheint zu halten.
  • die Entzündungswerte, die nach einer OP immer hoch sind, sind zwar schon niedriger, aber nicht so niedrig, wie sie nach diesen Tagen sein sollten
  • die restlichen Organe sind funktionstüchtig – sie betonte besonders die Niere (das wäre keine Selbstverständlichkeit)
  • die Ärztin kann keine Prognose abgeben und sie weiß auch nicht, ob es sich ausgeht, dass sie das überlebt. Allerdings ist es auch nicht hoffnungslos.
  • Es ist entscheidend, ob der Darm haltet
  • Es gibt keine Patientenverfügung, keine Mitteilung, damit wird das ganze lebenserhaltende Programm gefahren.

Ich hab den Besuch erstaunlich gut verkraftet – Gottseidank fiel mir ein, wie es dem Häschen damals ging. Somit war ich über Desorientierung, Wegdriften und fixierte Hände und Beine nicht überrascht.

Allerdings war ich hypernervös – ich hab mich davor gefürchtet, was ich sehen werde.

Überrascht war ich, dass sie eigentlich ganz gut ausschaut. Gute Gesichtsfarbe, durch Cortison aufgeschwemmt, aber eigentlich ganz gut. Auch ihr Gesichtsausdruck war fast durchgängig entspannt und friedlich. Sehr ruhig. Außer sie wollte was sagen, sich bemerkbar machen. Das war furchtbar. Aber das war auch nur ganz selten.

Danach, vor der Klinik, ging ich vor Erschöpfung fast ein, fing mich aber erstaunlich gut. Seither frage ich mich, ob ich tatsächlich so stabil bin.

Die Aufwachphase soll für Patienten sehr verstörend sein… weil sie nicht registrieren, was da passiert….

Lt. dem Paten gings ihr gestern genauso… aber ich fürchte mich vor dem Anruf um 16.10, der 100% kommen wird.

los lassen können

Mamica wurde letzte Woche „proaktiv“ (bevor es zu einer Not-Op kommt) nochmals operiert, da Speiseröhre und Darm nicht durchblutet waren, der Darm durchlässig wurde und damit sich die Bauchhöhle entzündete. Dazu kam eine Lungenentzündung. Sie liegt seit Donnerstag auf der Trauma-Intensiv im künstlichen Koma.

Der Pate hielt das Sonntag Abend nicht mehr aus und reiste GottseiDank ab. Ich bin froh, dass er sich das nicht mehr antut.

Ich werde vermutlich noch diese Woche fahren. Und stelle mir die ganze Zeit die Frage, wie sie die Frage der Ärzte nach lebenserhaltenden Maßnahmen beantwortet hatte (ich vermute, der Pate weiß es, sagt es aber nicht). Und ich stelle mir die Frage, ob sie tatsächlich nicht loslassen kann/will.

Puh… kein Mensch hat das verdient. Ich hab mittlerweile so einen Zorn auf… hm.. Gott?? das Universum? den Plan? Karma? Whatever… es ist einfach genug… Das ganze Leben ist ein Scheiß-Konzept, wenn dieses Siechtum vorgesehen ist. Zertrümmern könnt ich was… und manchmal frage ich mich, was dieses Blabla von „das Leben ist schön“ soll.

Bin ein wenig gespannt, wie ich das alles in 2-3 Jahren sehe/sehen kann…. So ein Sch.. Alptraum.

Reisen

Zur Zeit reise ich eigentlich ausschließlich in der Gegend herum. Da ich es in den letzten Wochen ohnehin kaum alleine zu Hause ausgehalten hab, war das eine willkommene Abwechslung. Bretagne, NÖ, Schottland… nun folgen noch München und Kroatien.

Heute war ich das erste Mal froh, endlich zu Hause zu sein.

Nicht, weil es hier so toll ist, sondern weil ich froh war, Abstand von den Menschen zu gewinnen. Reisen entfernt einem nicht nur von zu Hause, dem Alltagstrott (der ja mehr als unerfreulich ist), sondern auch von Menschen. In diesem Fall von Menschen, die mitgereist sind.

Ich weiß, dass ich dünnhäutiger als üblicherweise bin. Aber ich weiß auch ganz genau, was für mich ok ist und was nicht. Das war einfach nicht ok. Was es aber wirklich schlimm machte, war die Verweigerung der Auseinandersetzung. Das „ich mag jetzt nicht und daher gehe ich einfach weiter“.

Mich lässt niemand wie ein kleines Kind, das sich in der Trotzphase befindet, stehen. Ich bin nicht trotzig. Aber scheinbar spiegel ich das diesen Personen. Diese sind total trotzig, wenn ich sie damit konfrontiere, dass sie sich eben nicht immer ohne Fehl und Tadel benehmen. Dass sie völlig in ihrer Welt verfangen sind und es in dieser, ihren Welt für andere Sichtweise oder Empfindungen keinerlei Platz gibt. Es gibt nichts, was es nicht geben darf. Puh….

Mit mir nicht zu reden, ist das Schlimmste, das man mir antun kann. Das zweitschlimmste, mich in der Öffentlichkeit zum Weinen zu bringen und selbst das völlig zu ignorieren. Das drittschlimmste, so tun als wäre nichts.

Doch, es ist aber was!! Nur, weil du das ignorierst, ist es dennoch da!! Und genau jetzt ist bei mir der Punkt angelangt, wo ich nicht mehr reden will. Die Chance war da… verstrichen… wegen Weigerung, Lustlosigkeit, Ignoranz oder Überforderung. Interessiert mich aber gar nicht, warum. Der Rollbalken ist herunten. Bei der Nummer 2. Jetzt fehlt nur noch der Rollbalken bei der Nummer 3…. wir werden sehen…

überlebt

Mamica hat überlebt….  tja…

Die Informationen über OP verlauf und Status des dzt. Gesundheitszustands sind diametral zu denen der letzten Monate. Auch diametral zu den Prognosen hinsichtlich möglichen Erfolg der OP.

Das klingt pessimistisch, doch eigentlich bin ich verwundert, wie optimistisch sich jetzt alles anhört. Von „es gibt ein erhebliches Risiko, die OP überhaupt zu überleben“ hinzu „ähm…. wir sehen kein Bauchfellkarzinom“…

Die Klane ist genauso irritiert und orientierungslos wie ich. Was war denn das dann in den letzten Monaten?

Diese Hochschaubahn halte ich nicht mehr aus und kostet mich neben der letzten Kraft noch den letzten Nerv.

Ich weiß, wie egozentrisch das klingt…. aber ich habe mich jetzt 2x von Mamica verabschiedet, weil die OP so riskant ist. Sie selbst glaubte nicht, die OP zu überleben.

Und nun, erneut, zum xten Mal, klingt alles hochpositiv. Selbst das Stoma wurde rückoperiert.

??????? Kann ich das überhaupt glauben?

Wenn ja, wieso ist das jetzt so? Wer hat was dazu beigetragen?… Das kann es doch alles nicht sein… da geht es um Leben und Tod (und das ist nicht nur eine Phrase)…

 

D-Day

Es ist D-Day….

Entscheidung, ob weiter oder nicht… Er hat es in der Hand…

Und meldete sich…. kam aber nicht…. er wollte erst am Montag kommen (dafür für 14 Tage).

Also entschied er sich weder für a) noch für b). Das a)b) bedingt ein frühestens Sehen Ende Oktober…. Das halt ich nicht mehr aus…

Wenn ich jetzt keine Entscheidung treffe, dann wird das ein langsames Sterben… und das find ich furchtbar…

Ich hasse diese Situation! Die einzige, die man im Moment aktiv hätte beeinflussen können… und die ging wiederum wegen des Hundes nicht… Zum Ausflippen! Und zum Verzweifeln…!

Gott, ich rotiere…. und habe das Gefühl, innerlich zu zerspringen/zu zerbrechen….

Mitleid

Ich dachte, ich hab mich ganz gut im Griff. Die Personalentwicklerin ist nach 2 Jahren ALS gestorben, Mamica hat die OP erst nächste Woche und auch die Schauspielerin begibt sich erst nächste Woche wieder ins Spital. D-Day mit dem Nordmann ist übermorgen und ja, ich bin nervös…

Dennoch hab ich mich gut im Griff… Bis vorhin…. so aus dem Nichts wurde ich von meinem Buchhalter nach dem Nordmann gefragt. Da schaffte ich es noch halbwegs, die Tränen runterzublinzeln. Die nächste Frage galt aber Mamica… Und aus war es… Das Ergebnis: ein freundliches, aber mitleidiges Gesicht. Gott, dieses Mitleid wird mich noch die nächsten Tage verfolgen. Das ist mit Abstand die unangemessenste Reaktion…

Ich mag es nicht, unfreiwillig darüber reden zu müssen (und ja, ein „Anschiessen“ aus dem Hinterhalt reicht da schon)

Und wer nicht mit dem Ganzen umgehen kann, soll mich erst gar nicht fragen…. Mitleid – pfft… das letzte, das ich jetzt brauche….